Stromübertragung

Strategische Verbindungen zwischen den EU/MENA-Netzen

Die Erhöhung der Strombedarfs im Nahen Osten und Nordafrika, die Integration des europäischen Energiemarkts und neue kleine und große Kraftwerke, die erneuerbare Energien nutzen, erfordern in den nächsten Jahrzehnten hohe Investitionen in umfassende Stromnetze. Die Dii untersucht nicht nur die bestehenden Stromnetze auf ihre Eignung für die Zukunft, sondern identifiziert auch potenzielle Engpässe und wählt die besten Übertragungstechniken aus. Daneben arbeitet Dii auch an Strukturszenarien der EU-/MENA-Stromnetze und entsprechenden Investitionsvorschlägen.

Detaillierte Informationen über mittel- und langfristige Stromerzeugungspläne werden benötigt, um die entsprechenden Investitionen für die Übertragung zu planen. Daher beobachtet die Dii die Trends und Szenarien der Stromerzeugung sowohl in den EU- als auch den MENA-Ländern genau. Für die Übertragung über große Entfernungen sind Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen die derzeit geeignete Technik. Stromverluste bei der Übertragung über große Entfernungen erhöhen die Erzeugungskosten in den entfernt gelegenen Gebieten und sind daher ein wesentlicher Kostenfaktor. Es werden Verluste erwartet, die mittelfristig nicht über drei Prozent pro tausend Kilometer liegen.

Genehmigungsverfahren für die Übertragung über Landesgrenzen hinweg müssen harmonisiert und vereinfacht werden, um  umfangreiche transnationale Netze aufzubauen. Angemessene Finanzierung, Zuordnung von Kosten und Nutzen der neuen Leitungen sowie Definition von Sicherheitsstandards der Netze sind ebenfalls wesentliche Bestandteile eines transnationalen Übertragungsprojekts. Schließlich wird der Bau eines EU-MENA-Supergrids, das die entfernten Regionen systematisch mittels sogenannter Stromautobahnen verbindet, sorgfältig geprüft. Ein Supergrid würde dabei helfen, die Erzeugung der erneuerbaren Energie auszugleichen und die Notwendigkeit an Speichermöglichkeiten zu reduzieren. Große Infrastrukturprojekte können ohne öffentliche Akzeptanz nicht umgesetzt werden. Daher sind zentrale Punkte der Analyse die mögliche Verbesserungen von Transparenz und Effizienz in der umfassenden Planung und Genehmigung solcher Projekte.