Unsere Mission

Die Wüsten im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA) bieten ausgezeichnete Bedingungen für großflächige Stromerzeugung aus Wind und Sonne. Der mit Wind und Sonne erzeugte Strom ist primär dafür gedacht, die lokale Nachfrage in Nordafrika und im Nahen Osten zu decken und es den Produzentenländern zu ermöglichen, Strom zu exportieren. Das langfristige Ziel bis 2050 ist die Deckung eines erheblichen Teiles des Energiebedarfs der MENA-Länder sowie von bis zu 15 Prozent des europäischen Strombedarfs.

Unsere Mission ist es, einen Markt für erneuerbare Energien aus diesen Gegenden zu schaffen. Die Dii ist in diesem Prozess ein Wegbereiter, Katalysator und Koordinator und versteht sich als Partner internationaler und lokaler politischer und industrieller Vertreter. Bei Desertec geht es nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um die Entwicklung neuer Branchen, Investitionen, der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem Transfer von Wissen und Know-how in den Nahen Osten und nach Nordafrika.

Unsere Gesellschafter und assoziierte Partner haben gemeinsam folgende Ziele für dieses Gemeinschaftsprojekt vereinbart, die bis Ende 2012 erreicht werden sollen:

  • Schaffung eines positiven Investitionsklimas: Entwicklung von technischen, ökonomischen, politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die in Nordafrika und dem Nahen Osten Investitionen in erneuerbare Energien und mit einander verbundene Stromnetze wünschenswert und möglich machen.
  • Initiierung einiger ausgewählter Referenz-Projekte, um die Machbarkeit zu zeigen und Kosten zu senken
  • Entwicklung eines langfristigen Umsetzungskonzepts (Roll-out Plan) bis zum Jahr 2050 inklusive Investitions- und Finanzierungsempfehlungen. Erneuerbare Energien sollen möglichst schnell in den Markt integriert und von Subventionen unabhängig werden.

Drei Fragen an Paul van Son über Dii-Ziele

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Herr van Son, wie kann die Dii ihre Ziele erreichen?

Uns ist sehr wohl bewusst, dass wir unsere Ziele nur erreichen können, wenn wir die Ziele der vielen Interessengruppen verstehen, die an der Desertec-Vision beteiligt sind. Die Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens sind Eigentümer der Sonnenund die Windenergie auf ihrem Territorium. Sie entscheiden, was mit der Energie geschieht und wie sie aus ihrer Nutzung einen Vorteil ziehen wollen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass die politischen Führer dieser Länder sich ihrer Verantwortung für die Zukunft bewusst sind. Einige Länder werden importieren, andere hingegen exportieren. Wir müssen uns mit allen Partnern auf ein Verfahren einigen, das für alle vorteilhaft ist. Das ist eine echte Herausforderung, da sehr viele verschiedene Länder und Kulturen beteiligt sind. Sie alle haben Fragen, Interessen und Erwartungen. Wir müssen das sorgfältig und transparent angehen. Das kann uns gelingen, wenn wir das Verfahren in viele kleine Puzzleteile aufteilen, die am Ende alle zusammenpassen müssen.

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Was kann die Dii ihren Partnern in Nordafrika, dem Nahen Osten und in Europa anbieten?

Unsere Industrieinitiative handelt als Wegbereiter und Katalysator für Wüstenstrom zusammen mit internationalen und politischen und industriellen Vertretern vor Ort. Zuerst sprechen wir mit der politischen Führung und einigen uns auf die Art der Zusammenarbeit. Die Länder selbst legen die Bedingungen für diese Zusammenarbeit fest, während die Rolle der Dii entsprechend der gewünschten Art der Zusammenarbeit variieren kann. Die Dii entwickelt zum Beispiel ein realisierbares Geschäftsszenario für passende erneuerbare Energieprojekte. Dies beinhaltet die Erstellung von wirtschaftlichen und regulativen Bedingungen für den Wüstenstromexport nach Europa. Dii wirbt dann für diese Projekte bei Regierungen und Institutionen, die ein langfristiges Interesse an Wüstenstrom und den damit im Zusammenhang stehenden sozioökonomischen Vorteilen haben. Die Dii selbst wird nicht in das Projekt investieren, noch entsprechende Anlagen oder Leitungen betreiben, sondern wir stellen sicher, dass die Entwicklungsprojekte auch tatsächlich verwirklicht werden. Dafür müssen geeignete Rahmenbedingungen und eine nachhaltige (Markt)-Struktur für erneuerbare Energien geschaffen werden, um das Engagement für die Öffentlichkeit und private Investoren sowohl bei Solarenergieanlagen und Windparks als auch bei integrierten Netzwerken attraktiv zu machen.

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Wie beeinflussen die politischen Veränderungen Ihre Arbeit?

Wir verfolgen die Demokratiebestrebungen in der Region mit großem Interesse. Was wir beobachten, ist die wachsende Zustimmung der Bevölkerung, eine Zukunft auf Grundlage nachhaltiger Energie aufzubauen. Da zu erwarten ist, dass die Bevölkerung schnell wachsen wird, sind vor allem Perspektiven für junge Leute Perspektiven nötig. Bei der Entwicklung von großangelegten Solar- und Windprojekten werden solche Perspektiven in Form von neuen Arbeitsplätzen entstehen. Die Nutzung nachhaltiger Ressourcen zur Erzeugung von Energie stellt führt zu mehr Energiesicherheit und weniger Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. In Tunesien hat die Dii zusammen mit der Regierung eine Machbarkeitsstudie veranlasst, um das politische, regulative, wirtschaftliche und technologische Rahmenkonzept für Wind- und Solarprojekte zu untersuchen. In Ägypten arbeitet die Dii intensiv an der Entwicklung von gemeinsamen Projekten.