Referenzprojekte

Was ist ein Dii-Referenzprojekt?

Die Dii spricht von Referenz- oder Kooperationsprojekten. Diese Projekte sind nicht nur wichtig, um zu zeigen dass erneuerbare Energien sinnvoll erzeugt, übertragen und verkauft werden können, sondern auch um die abstrakte Desertec-Vision konkret zu machen. Alle in Frage kommenden Technologien für Stromerzeugung und -transport sind bereits weltweit im Einsatz. Trotzdem sind Beispiele nötig, die zeigen, dass es für Investoren wirtschaftlich, technisch und regulatorisch möglich und sinnvoll ist, Strom in der Wüste zu generieren und diesen grenzüberschreitend bis nach Europa zu transportieren. Die Dii strebt an, zwei bis drei Referenzprojekte zur Ausschreibung zu bringen. Das erste Kooperationsprojekt wird in Zusammenarbeit mit der marokkanischen Solaragentur MASEN in Marokko stattfinden. Weitere Projekte könnten in Algerien, Tunesien und Ägypten entstehen.

Die Rolle der Dii wird dabei, je nachdem, welche Art der Kooperation mit dem jeweiligen Erzeugungsland vereinbart wird, unterschiedlich sein.

Die Dii kann als Wegbereiter beispielsweise:

  • einen Businessplan erstellen
  • geeignete Standorte auswählen
  • Messkampagnen unterstützen und durchführen
  • den geeigneten Technologiemix vorschlagen
  • die nötigen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen lokal und international mitentwickeln
  • in Finanzierungsfragen beraten
  • Zugang zu internationalen Fonds ermöglichen
  • potenzielle Abnehmer für den zu erzeugenden Strom lokal und international identifizieren
  • Durchleitung von Strom nach Europa ermöglichen.

Die Referenzanlagen sollen aus Sicht der Dii auch den Beginn einer industriellen Lernkurve markieren, welche die Technologien mittelfristig ohne Subventionen wettbewerbsfähig machen soll.

 

Wo sollen die Dii-Referenzprojekte stehen?

Derzeit steht Marokko an erster Stelle, da zwischen Marokko und Spanien bereits eine Netzverbindung besteht. Die marokkanische Regierung hat 2010 ein ehrgeiziges 2.000-MW-Solarprogramm bis 2020 bekannt gegeben und dafür die Solarenergiebehörde MASEN gegründet. Diese hat bereits 2010 ein Solarthermie-Projekt international ausgeschrieben. Mehrere Gesellschafter der Dii sind in der engeren Auswahl für die Umsetzung des Kraftwerks, das in Ouarzazate  gebaut werden soll.

Das Dii- Referenzprojekt in Zusammenarbeit mit der MASEN könnte eine Kombination aus solarthermischen Kraftwerken und Photovoltaik werden. Windparks sind prinzipiell auch Bestandteil der Desertec-Vision. Im ersten vorgesehenen Projekt hat die Dii keine Windanlagen vorgesehen, da sich die Technologie in Marokko bereits ausreichend ohne Stimulierung durch die Dii entwickeln kann. Nach Definition, Ausschreibung und Bau könnte der erste Strom aus dem Dii/Masen-Kooperationsprojekt etwa 2014 in das marokkanische und das spanische Netz eingespeist werden.

Mit ihrem tunesischen Gesellschafter STEG Energies Renouvelables hat die Dii vereinbart, in Tunesien eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. Weitere Referenzprojekte sollen bis Ende 2012 definiert werden.

 

Werden für die Referenzprojekte Speichertechnologien angewandt?

Die Anwendung von Speichertechnologien für Referenzprojekte wird individuell vor Ort überprüft werden. Dies hängt von den Anforderungen an die Grundlastfähigkeit, vom lokalen Strombedarf und insbesondere vom Marktwert der Regelleistung bzw. Angebot in den Abend- und Nachtstunden ab. Der technologische Schwerpunkt liegt dabei auf Lösungen, die den Anforderungen der Kreditwirtschaft entsprechen. Zudem werden weltweit neue Speichertechnologien erforscht. Die Max-Planck-Gesellschaft, Assoziierte Partnerin der Dii, gründet derzeit ein neues Max-Planck-Institut zur Erforschung der chemischen Energieumwandlung (Chemical Energy Conversion = CEC).

 

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