Marokko

Auf dieser Karte dargestellte Grenzverläufe bedeuten keine besondere Anerkennung oder Bewertung durch Dii.

 

Dii-AKTIVITÄTEN

Im Mai 2011 unterzeichneten die marokkanische Agentur für Solarenergie MASEN und das Industriekonsortium Dii eine Absichtserklärung für ein Kooperationsprojekt in Marokko. Das Ziel dieses ersten Dii-Referenzprojektes ist zu zeigen, auf welche Weise mit Solarenergie erzeugter Strom nach Europa exportiert werden kann. Dazu sollen bereits vorhandene Leitungen zwischen Spanien und Marokko genutzt werden. MASEN wird als Projektentwickler auftreten und alle notwenigen Projektschritte in Marokko verantworten, insbesondere die technische Spezifikation des Projekts und die Auswahl von geeigneten Standorten. Dii als Wegbereiter wird ihre Expertise vor allem bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells für das geplante Solarprojekt einbringen. Das Referenzprojekt wird eine Gesamtkapazität von 500 MW haben. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 2 Milliarden Euro. In der ersten Phase wird ein solarthermisches Kraftwerk mit einer Leistung von 150 MW und geschätzten Kosten von 600 Millionen Euro installiert. In einer zweiten Phase werden Wind und Photovoltaik mit einer Leistung von 100 MW zum Einsatz kommen. Zwischen 2014 und 2016 soll der erste Strom in das marokkanische und spanische Netz eingespeist werden, abhängig davon, welche Technologie zur Anwendung kommt. In Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber ONE und IAEW/RWTH Aachen hat Dii eine Analyse des Netzausbaus in Marokko vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Integration des Referenzprojekts in das marokkanische Netz möglich ist.

 

Länderprofil

SOZIOÖKONOMISCHE DATEN

  • Bevölkerungszahl im Jahr 2010: 32 Millionen (UN World Population Prospects) 
  • Erwartete Bevölkerungszahl im Jahr 2050: 40 Millionen (UN World Population Prospects, mittleres Szenario)
  • Anteil der unter 15-jährigen im Jahr 2010: 28% (Population Reference Bureau)
  • Arbeitslosenrate 2009: 10% (World Bank). Nach Angaben der marokkanischen Behörden betrug die Arbeitslosenrate ungefähr 9% im Oktober 2011.
  • BIP pro Kopf ($ 2005, KKP) in 2010: $4.227 im Vergleich zu $ 27.562 in der Europäischen Union (Weltbank)
  • CO2-Ausstoß (kg pro BIP-Einheit, $ 2005, KKP) in 2008: 0,4 kg im Vergleich zu 0,3 kg in der Europäischen Union (Weltbank)

 

ENERGIESITUATION

  • Zusammensetzung der Energieversorgung 2010: 30% aus erneuerbaren Energien (4% Wind- und 26% Wasserkraft) und 70% fossile Energieträger (17% Gas, 24% Öl und 28% Kohle) (Platts/UDI 2010).
  • Zusammensetzung der Energieversorgung 2050: In Ihrer Studie Desert Power 2050 zeigt Dii, dass der massive Ausbau erneuerbarer Energien in EU- und MENA-Ländern am besten funktionieren kann, wenn ein möglichst großer Stromverbund aufgebaut wird. Klicken Sie hier, um zu sehen, wie der Strommix Marokkos im Jahr 2050 aussehen könnte.
  • Anteil des Stromimports vom gesamten Verbrauch 2008: 20% (MED-EMIP, 2010)
  • Installierte erneuerbare Energien, ohne Wasserkraft: ungefähr 300 MW aus CSP, PV und Windkraft
  • Stromverbrauch pro Jahr und pro Kopf 2010: ungefähr 800 kWh (Arab Union of Electricity, UN World Population Prospects)Wachstumsrate des Stromverbrauchs: ungefähr 7% jährliches Wachstum zwischen 2010 und 2020 (Prognose der Arab Union of Electricity)

 

ERNEUERBARE ENERGIEN

  • Der marokkanische Solarplan dient dazu die Förderung erneuerbarer Energien in Marokko sicherzustellen. Bis 2020 werden demnach Solaranlagen mit einer Leistung von 2.000 MW in Betrieb genommen. Dafür wurden bereits 5 Standorte benannt. Der Plan sieht darüber hinaus vor, erneuerbare Energien und Energieeffizienz explizit in der Gesetzgebung zu verankern sowie einen speziellen Fonds einzurichten.
  • Die marokkanische Agentur für Solarenergie, MASEN, wurde im März 2010 mit dem Ziel gegründet, den marokkanischen Solarplan umzusetzen und Solarenergie im nationalen Rahmen zu fördern. MASEN konzentriert sich dabei auf die Entwicklung von Solaranlagen, den Aufbau von Expertise im Land und eine Rolle als treibende Kraft bei regionalen und internationalen Planungen. 
  • Ain Beni Mathar: Das im Nordosten Marokkos installierte Hybridkraftwerk Ain Beni Mathar ist weltweit das Erste seiner Art mit einer Gesamtkapazität von 470 MW. Davon werden 20 MW in Solaranlagen über Parabolrinnen-Solarfelder gewonnen. Die restliche Leistung wird durch ein konventionelles Kombikraftwerk aus einer Dampf- und zwei Gasturbinen erzeugt. Diese Anlage wird von ONE, der marokkanischen Behörde für Energie, betrieben und wurde unter anderem von der Afrikanischen Bank für Entwicklung und durch Kredite für globalen Umweltschutz seitens der Weltbank finanziert. Das Kraftwerk wurde im Jahr 2010 in Betrieb genommen. Das Unternehmen Abener wird sich in den ersten fünf Jahren um den Betrieb und das Management kümmern. Danach soll es alleine von ONE geführt werden.
  • Ouarzazate wurde von der marokkanischen Regierung als Standort für das erste solarthermische Kraftwerk im Rahmen des Solarplans festgelegt. Die Kapazität dieser ersten Anlage wird 500 MW betragen. Im November 2011 wurde der marokkanischen Regierung von der Weltbank ein Kredit in Höhe von 297 Millionen Euro für den Bau und den Betrieb des Kraftwerks in Ouarzazate zur Verfügung gestellt. Dabei geht es im besonderen um den ersten Bauabschnitt mit einer geplanten Leistung von 160 MW. Zusätzlich haben die Weltbank, die Afrikanische Bank für Entwicklung, die Europäische Investitionsbank, die deutsche KfW-Bank, die französische Entwicklungsagentur und MASEN eine Unterstützung von insgesamt 1,4 Milliarden US-Dollar zugesichert. Ende 2010 hat MASEN das geplante Projekt in Ouarzazate ausgeschrieben. Ende 2012 erhielt eine Unternehmensgruppe angeführt von ACWA Power, Gesellschafter von Dii, den Auftrag für den ersten Bauabschnitt (Solarthermiekraftwerk mit einer Leistung von 160 MW).
  • Windkraft: Marokko bietet sehr gute Bedingungen für Windkraftanlagen. Bisher wurden bereits 280 MW installiert und die Behörden verfolgen mit großem Erfolg das Ziel, den Ausbau von Windkapazitäten in der Größenordnung von ebenfalls 2 GW voranzutreiben.

Mehr Informationen über Dii-Aktivitäten in: Algerien, Tunesien.